Im November 2014 führten die Ermittlungen der internationalen Polizeioperation „Onymous“ dazu, dass die Darknet Marktplätze „Hydra“, „Cloud 9“, „Pandora“, „Andromeda“ und „Silk Road 2.0“ geschlossen wurden. Darüber hinaus gingen über 400 andere sogenannte hidden services down. „Onymous“ war ein internationales Gemeinschaftsprojekt von Europol, FBI und weiteren internationalen Ermittlungsbehörden. Hauptziel der OP Onymous war die Aushebung von illegalen Marktplätzen im sogenannten Darknet. Vornehmlich ging es um die Sicherstellung von Internetmarktplätzen auf denen illegale Ware, insbesondere Betäubungsmittel vertrieben wurden. Dem Bundeskriminalamt liegen über 10.000 Userdaten von Käufern und Verkäufern mit Wohnsitz in der Bundesrepublik vor. Entsprechende Ermittlungsverfahren wurden durch die zuständigen Staatsanwaltschaften eingeleitet. Bis heute (Stand Mitte 2017) erreichen ehemalige Besteller polizeiliche Vorladungen.

Sie haben eine Vorladung zur Beschuldigtenvernehmung wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das BtMG erhalten?

Im Rahmen der Operation „Onymous“ wurde gegen mehrere Darknetmarktplätze ermittelt. Dabei ging es den Ermittlern von Europol hauptsächlich um die Aufdeckung von Straftaten im Zusammenhang mit dem Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Die gesicherten Massendaten wurden erfasst und ausgewertet. Gegen über 10.000 Kunden der Marktplätze wurden durch die deutschen Behörden Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Ich habe im Internet Drogen bestellt und jetzt eine Ermittlungsverfahren wegen des Verdacht des Verstoßes gegen das BtMG

Die Staatsanwaltschaft leitet ein Ermittlungsverfahren gegen Sie ein, wenn sie Kenntnis von Tatsachen erhält, die den Verdacht begründen, dass Sie eine Straftat nach dem Betäubungsmittelgesetz begangen haben könnten. Wenn Sie also verdächtig sind, Betäubungsmittel im Internet erworben zu haben oder eine bestimmte Menge Drogen erhalten zu haben.

Vor Abschluss der Ermittlungen wird die Polizei an Sie herantreten und Sie zu einer polizeilichen Beschuldigtenvernehmung laden. Beachten Sie unbedingt, dass Sie nicht zur Mitwirkung verpflichtet sind und Sie ein Schweigerecht haben. Sie sind nicht in der Pflicht sich erklären zu müssen. In einer Beschuldigtenvernehmung werden die Beamten nicht mit Ihnen das Ergebnis der Ermittlungen und schon gar nicht den Inhalt Ihrer Ermittlungsakte mit Ihnen erörtern und besprechen. Bedenken Sie, dass Sie sich also rechtlich unvorbereitet und ohne Kenntnis über das tatsächliche Ermittlungsergebnis zu einer Ihnen vorgeworfenen Straftat oder mehrerer Straftaten äußern würden. Nehmen Sie Ihre Rechte wahr. Machen Sie keinen Angaben zu dem Vorwurf des Verdachts des Verstoßes gegen das BtMG. Beauftragen Sie einen Strafverteidiger, der sich auf die Verteidigung von Betäubungsmittelverfahren spezialisiert hat.

Wir sagen den Vernehmungstermin bei der Polizei ab und beantragen Akteneinsicht bei der zuständigen Staatsanwaltschaft.

Nach Abschluss der Ermittlungen bekomme ich als Strafverteidiger endlich die Ermittlungsakte durch die Staatsanwaltschaft übermittelt. Nachdem ich mit Ihnen den Inhalt der Akten besprochen habe, schreibe ich eine Einlassung für Sie und lenke damit die Art der Erledigung des Verfahrens.

Sodann muss die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren in irgendeiner Weise beenden. Aufgrund der Ermittlungsergebnisse der Polizei, welche ihr in Form der Ermittlungsakte vorliegen, und meiner Einlassung klagt sie die Tat an, wenn ein hinreichender Tatverdacht besteht. Wenn dieser nicht besteht, also ein Freispruch wahrscheinlicher als eine Verurteilung ist, stellt sie die Tat nach § 170 II StPO ein.

Wenn der Verstoß gering ist bzw. ein Erstverstoß vorliegt, kann die Staatsanwaltschaft den Sachverhalt (auch gegen eine Auflage) ebenfalls einstellen, § 153 I StPO. Bei einer hohen Anzahl meiner Verfahren ist dies der Fall, z.B. Einstellung wg. Geringfügigkeit oder Einstellung gegen Geldauflage.

Die Staatsanwaltschaft kann die Sache auch durch einen Strafbefehl, also quasi durch ein Urteil ohne eine Hauptverhandlung, erledigen.

Damit ist das Ermittlungsverfahren und der Status des Mandanten als „Beschuldiger“, egal welche Form der Erledigung vorliegt, beendet.

Kanzlei Louis & Michaelis Internet Drogen bestellt Darknet Vorladung Ermittlungsverfahren Anwalt

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Was sind hidden services?

Unter hidden services versteht man Internetseiten, die über das sogenannte TOR-Netzwerk erreichbar sind. TOR ist der Name eines Netzwerkes aus ca. 5000 Servern. Seine Funktion ist es, die Identität desjenigen zu verschleiern, der Datenpakete mit einem Zielserver austauscht.

„Silk Road 2.0“ war die Nachfolgerseite von „Silk Road“, die bereits im Jahre 2013 durch das FBI hochgenommen wurde. Diese Darknet Marktplätze fungierten als digitale Drogenumschlagplätze im Darknet. Der Marktplatz „Silk Road 2.0“ hatte mehr als 150.000 aktive User. Die „Silk Road“ Nutzer zahlten Ihre Wareneinkäufe mit der auf Verschlüsselungstechnik basierenden Digitalwährung Bitcoin.

Was sind „Bitcoins“?

Bitcoins stellen eine Art elektronische Währung dar. Sie gibt es seit dem Jahre 2009 und wichtigste Eigenschaft ist die Freiheit von einer zentralen Kontrollinstanz oder Ausgabestelle. Entscheidendes Kriterium ist dabei die Pseudoanonymität der Nutzer. Ein Bitcoin kostet umgerechnet ca. 750 €, wobei der Kurs jedoch schwankend ist. Die Gesamtmenge aller Bitcoins ist auf 21 Mio. Stück begrenzt.

Bitcoin-Transaktionen finden ähnlich einer Banküberweisung statt. Das Geld fließt aus der elektronischen Geldbörse (sogenannte Wallet) des einen in diejenige des anderen. Es findet allerdings kein Umweg über eine zentrale Instanz statt. Die Nachverfolgbarkeit und Autorisierung des Zahlungsvorgangs werden durch den Einsatz zweier kryptografischer Schlüssel sichergestellt.

Die Geheimhaltung der eigenen Identität ist bei der Nutzung des Bitcoin-Systems weitgehend möglich, weshalb Bitcoins als Zahlungsmöglichkeit bei illegalen Geschäften besonders beliebt sind.

Bin ich denn sicher im Darknet und Deep Web?

Durch die Verschleierung Ihrer IP – Adresse und ggf. zusätzliche Nutzung eines VPN – Dienstes wird Ihre Anonymität im Netz gewahrt. Mehr Schutz kann kaum ein Besuch einer Internetseite bieten.

Kommuniziert wird im Darknet nicht mit der eigenen E-Mail-Adresse, sondern Tormails. Tormails sind PGP-Key verschlüsselt.

Viele Nutzer legen zudem auch falsche oder fake – E – Mailaccounts an um hier nicht ihren Klarnamen oder wirkliche E – Mailadresse zu nutzen. Auch dies erschwert den Ermittlungsbehörden eine Identifikation.

Erfolgreiche Verteidigung bei Drogenbestellung im Internet

Wir zeigen Ihre Verteidigung an, beantragen Akteneinsicht und werden, wenn wir die Akte erhalten, uns schriftlich für Sie zur Sache äußern. In dieser umfangreichen Verteidigungsschrift nehmen wir Stellung zu sämtlichen tatsächlichen und rechtlichen Fragen und tragen Umstände vor, die sich aus Ihren Lebensumständen ergeben. Dadurch bieten wir einen Nährboden, dass das Verfahren nicht in einer Gerichtsverhandlung verhandelt werden muss bzw. die Staatsanwaltschaft alle günstigen Aspekte berücksichtigt. Ziel ist in vielen Fällen die Verfahrenseinstellung.

Schicken Sie uns eine E – Mail unter: info@rechtsanwaeltin-michaelis.de zu Ihrem Verfahren und wir werden uns unverzüglich mit Ihnen in Verbindung setzen.

Die Polizei und Staatsanwaltschaft hat in der Regel, wenn sie keine Hausdurchsuchung veranlasst hat, ggf. nur Ihren Namen, Ihre Adresse, Ihre E – Mailadresse als Beweis der Tatsache, dass Sie Waffen, Drogen oder Betäubungsmittel im Internet gekauft haben sollen.

Aufgrund unseres Verständnis für diese Verfahren können wir in der Regel diese Beweislage erfolgreich in Frage stellen.

Einen Vernehmungstermin werden Sie nicht wahrnehmen. Der Termin bei der Polizei wird durch unsere Kanzlei abgesagt. Die Korrespondenz mit Polizei und Staatsanwaltschaft erfolgt über unsere Kanzlei. Eine Kopie der Akte erhalten Sie durch uns.

Sie sollten in Darknet – Verfahren nie eine Aussage tätigen, denn diese könnte Sie belasten. Ohne Aktenkenntnis sind Sie hier deutlich im Nachteil sein und diese Lücke schließen wir.

In der Regel wird nach ca. 4 – 12 Wochen Akteneinsicht gewährt. Ermittlungsverfahren dauern erfahrungsgemäß ca. 4 – 8 Monate.

Sie erhalten unverzüglich die Abschriften unserer Schreiben durch unser Sekretariat, wenn Sie uns Ihre Daten übermittelt haben. Unser Team steht Ihnen mit allen Hilfestellungen gerne zur Verfügung. Zwischenfragen lassen sich immer komfortabel mittels E – Mail beantworten, wenn ich bei Gericht sein sollte.

In den letzten Jahren, in denen wir Verfahren aus dem Darknet verteidigt haben, haben wir den Großteil eingestellt bekommen und es ist nicht zu einer Gerichtsverhandlung gekommen. Dies ist auch der Grund, warum wir bundesweit unserer Dienste anbieten und Sie somit, egal aus welchem Teil in Deutschland Sie kommen, uns beauftragen können. Selbstredend verteidigen wir Sie auch vor Ort, wenn dies ausnahmsweise erforderlich sein sollte.

Spezialisiert auf Betäubungsmittelstrafrecht. Kanzlei Louis & Michaelis aus Essen verteidigt Sie im Ruhrgebiet und bundesweit. Nehmen Sie unverbindlich Kontakt mit uns auf. Tel. 0201 – 310 4600 oder per Email