Rechtsanwältin Heike Michaelis Beleidigung auf sexueller Grundlage

Sie haben eine polizeiliche Vorladung zur Beschuldigtenvernehmung wegen des Verdachst der Beleidigung auf sexueller Grundlage erhalten? Sollten Sie eine Vorladung mit einer solchen Bezeichnung von der Polizei als Beschuldigter bekommen haben, dann kann ich Ihnen nur anraten, dass Sie sich verteidigen lassen.

In einem sexualbezogenen Verhalten liegt nur dann eine Beleidigung, wenn sie zum Ausdruck bringt, der Betroffene weise einen seine Ehre mindernden Mangel auf.

Beispiele für Beleidigung auf sexueller Grundlage

Das anfassen des Gesäßes einer Frau oder der gezielte Griff zwischen den bekleideten Schritt, sexuelle Äußerungen und Aufforderungen können tatbestandsmäßig sein. Auch das Internet, Smartphone, Handycam und webcam kommen als Tatwerkzeuge in Betracht. Eine SMS, ein Mail, ein Eintrag in sozialen Netzwerken kann einen beleidigen Inhalt haben. Nacktfotos der Ex und das ungewollte fotografieren kann nicht nur eine Beleidigung darstellen, sondern ein Verstoß gegen das Kunsturheberrechtsgesetz, sowie dem Recht am eignen Bild.

Oft wird hier auch eine sexuelle Nötigung im Raum stehen. Gehen Sie davon aus, dass wenn Sie verurteilt werden, hohe Geldstrafen und sogar Freiheitsstrafen das Resultat sein können, wenn Sie sich nicht ordnungsgemäß verteidigen lassen.

Gehen Sie nicht davon aus, dass sich das Verfahren von selber erledigt und gehen Sie in die Offensive. Die Praxis zeigt, dass dann oft Verfahren auch mit einer Einstellung erledigt werden können.

Was tun bei einer Anzeige, einem Ermittlungsverfahren, Strafbefehl, oder Anklage wegen Beleidigung auf sexueller Grundlage?

In jedem Fall sollten Sie sich anwaltlich beraten lassen, denn die Strafgerichte kennen auch bei Beleidigung kein Pardon. Wir zeigen Ihre Verteidigung, der Vernehmungstermin wird durch uns abgesagt und wir äußern uns gezielt schriftlich für Sie gegenüber der zuständigen Staatsanwaltschaft nach erfolgter Akteneinsicht.

Gerade bei einem Beleidigungsdelikt zeigt sich, dass ein Strafverteidiger oftmals wirkungsvoll – und das in jedem Verfahrensstadium – auf den Ausgang einwirken kann. Regelmäßig kann das Verfahren auch eingestellt werden. Dies setzt jedoch voraus, dass Sie sich beraten lassen.

Wie werde ich für eine Beleidigung auf sexueller Grundlage bestraft?

Das Gesetz sieht dafür eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe vor. Wenn die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit begangen wird, dann kann der Täter mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe bestraft werden.

Vorliegend handelt es sich um ein Antragsdelikt, § 194 StGB. Die Tat wird nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, die Strafverfolgungsbehörde hält wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten.

Ein öffentliches Interesse liegt vor, wenn der Rechtsfrieden über den Lebenskreis des Verletzten hinaus gestört und die Strafverfolgung ein gegenwärtiges Anliegen der Allgemeinheit ist, z.B. wegen des Ausmaßes der Rechtsverletzung, wegen der Rohheit oder Gefährlichkeit der Tat, der niedrigen Beweggründe des Täters oder der Stellung des Verletzten im öffentlichen Leben.

Gibt es einen Katalog für Geldstrafen bei Beleidigung auf sexueller Grundlage?

Es gibt keinen Katalog für Geldstrafen bestimmter Ehrverletzungen. Diese sind zwar im Internet zu finden, aber sagen nichts über Ihren eigenen Fall aus. Demnach fühlen Sie sich nicht durch diese Einzelfallbeispiele gut beraten.

Ihre Geldstrafe bzw. Freiheitsstrafe berechnet sich aus der Art der Ehrverletzung, den äußeren Umständen der Tat, Ihrer persönlichen und finanziellen Verhältnissen. Besserverdienende werden, da sich die Strafe auch nach der Höhe des Nettoeinkommens berechnet, tiefer in die Tasche greifen müssen. Beleidigungen von Beamten bzw. Hilfsbeamten ziehen drakonische Strafen nach sich.

Wie werde ich als Ersttäter bestraft?

Lassen Sie sich noch heute unverbindlich anwaltlich beraten, um eine Prognose und Verteidigung zu erhalten.

Sollten Sie sich eines Strafverteidigers bedienen, dann kann dieser regelmäßig auch eine Einstellung des Verfahrens erzielen. Sie wären dann strafrechtlich nicht vorbelastet.